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Süßer die Glocken nie klingen, als zu der Weihnachtszeit …

Gesungen hat das wohl schon jeder einmal. Wieso sollen Glocken zu einer bestimmten Zeit – der Weihnachtszeit – anders, süßer klingen als sonst? Vielleicht hat es ja mit unserer Wahrnehmung zu tun und wir erinnern uns jedesmal zu Weihnachten an viele verklärte Kindheitserlebnisse. Ja, das war wohl auch meistens sehr schön! 
Menschen haben wohl gerade zu Weihnachten eine Sehnsucht innerlich und äußerlich zur Ruhe zu kommen, den viel besungenen Frieden zu erleben. 

Wieso jedoch ist dann zu beobachten, dass gerade zu der Weihnachtszeit, an der ja die Glocken angeblich süßer klingen als sonst, viele Menschen in Familien aneinander geraten? Der Bedarf an Singlewohnungen, deutschlandweit gesehen, ist nach den Weihnachtstagen, so war es die vergangenen Jahre, erheblich gestiegen. Trennungen sind gerade nach den Weihnachtstagen mehr als noch davor. Die Trennungen betreffend – ähnliches, bloß etwas verteilter in Deutschland, lässt sich auch nach der Haupturlaubszeit beobachten… 
Wieso sind wir so wenig gewohnt, alle zusammen den Alltag zu verbringen? Hat das etwas mir unserer geliebten ‚Freiheit‘ zu tun oder leben wir oft auch innerhalb einer Familie oder Partnerschaft sehr für uns selbst? 

Nun sind wir ja mittlerweile Corona-erprobt. Das heißt in vielen Familien und Lebens-Partnerschaften sind die Menschen diesmal auf Verordnung des Gesundheitsschutzes schon näher zusammengerückt. Was das auch heißt, erzählen viele Familien, wenn sie über das Homescooling berichten. In der Beratung höre ich manchmal den Satz, dass es auf Arbeit weniger stressig sei, als derzeit zu Hause… und auf diese Menschen, auf uns, trifft auch in diesem Jahr wieder das Weihnachtsfest!
Ob wohl in diesem Jahr die Glocken süßer zu hören sind? Wer weiß das schon? Vermutlich ähnelt sich das was Weihnachten so passiert dennoch.
Vermutlich geben sich die meisten Menschen wieder ganz viel Mühe, dass die Weihnachtstage schön werden. Vermutlich legt dabei jeder an einer andern Stelle seinen besonderen Schwerpunkt. Vermutlich sind es auch wieder hohe Erwartungen an die Tage der Weihnachtszeit, die unerfüllt Nebenwirkungen zeigen …

Was also ist zu tun? Dafür gibt es kein Pauschalrezept, aber auf alle Fälle die hohen Erwartungen an … die Kinder, auch wenn sie schon groß sein sollten…, den Partner, die Partnerin, den Rest der Familie, das pünktliche Erscheinen zum Kaffeetrinken, einen Anruf der anderen oder sei es auch nur das Wetter draußen bitte unbedingt reduzieren! Sie tun sich keinen Gefallen damit! 
Wie wäre es damit? Machen sie ein Projekt – „Ihr Projekt“ – aus Weihnachten. Gehen sie auf Entdeckungsreise – zumindest gedanklich – so wie ein interessierter Beobachter und wenn es Ihnen hilft, notieren Sie nur für sich ihre Beobachtungen. Beobachten sie wie diesmal die Kinder auf die Geschenke reagieren, beobachten Sie wie sie sich selbst freuen können und wenn es mal mehr und mal weniger ist, beobachten Sie wann sich beim Essen das Sättigungsgefühl einstellt, beobachten sie wie andere dieses durch Corona untypische Weihnachtsfest verbringen. Vielleicht genießen Sie auch ein Bad in Ihrer Wanne oder spielen ein Kartenspiel online oder mit der Familie. Vielleicht entdecken Sie ja etwas, was ihnen gefällt und Freude bereitet. Danach zu suchen lohnt sich! In diesem Sinne schöne Weihnachtstage!

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